Automated People Mover

Bei Automated People Mover (APM) Systemen handelt es sich um vollautomatische und mit Luftbereifung ausgestattete Verkehrssysteme, die auf Fahrwegen sowohl aufgeständert, als auch im Tunnel verkehren können.

Somit handelt es sich allg. um „Automated Guideway Transit“ (AGT) Systeme. Häufig werden APMs auch als „Passenger Transfer Systems“ (PTS) bezeichnet. Sie kommen vorwiegend bei Flughäfen als Terminalverbinder zum Einsatz und überzeugen mit hohen Verfügbarkeitsraten.

Selbstfahrer APM

Selbstfahrer APMEs handelt sich um gummibereifte, selbstfahrende (mit Motoren und Getriebe an Bord) APM Systeme, die vorwiegend für den High-End Einsatz z.B. an größeren Flughäfen gedacht sind. Selbstfahrer-Systeme stellen hohe Anforderungen an die Infrastruktur, so benötigen sie in der Regel schwere Betonwannen für den Fahrweg und eine Fahrwegheizung für den Winterbetrieb. Durch Weichentechnologie können sie im „Pinched Loop“ Modus betrieben werden und sind daher netzwerkfähig, lassen hohe Transportkapazitäten, niedrige Taktzeiten, einen äußerst flexiblen Betrieb und gute Erweiterungsmöglichkeiten zu. Die Selbstfahrer-Technologie wird von den großen Herstellern der Transportbranche vertrieben, stellt dort allerdings ein Nischenprodukt dar. Sie ist äußerst zuverlässig und erreicht Verfügbarkeiten von über 99,5 %.

Seilgezogenes APM

Die Seiltechnologie für massentransportfähige Verkehrssysteme in der Horizontalen ist schon mehr als 100 Jahre alt und hat ihre Wurzeln in den USA mit den straßenbahnähnlichen Cable Cars (z.B. San Francisco Cable Car).

Seilgezogene APMs sind Verbinder-/Zubringersysteme für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen von A nach B mit wenigen Stationen (max. 4), kurzen Strecken (max. 3 km), größeren Taktzeiten (mind. 3 min) und eingeschränkter Netzwerkfähigkeit. Typischerweise sind es eigenständige „Shuttle“ Systeme, nur in ganz wenigen Ausnahmen „Pinched Loop“ Systeme mit Weichen. Mit „Pinched Loop“ Systemen sind größere Distanzen als mit herkömmlichen „Shuttle“ Systemen möglich.

Als wesentlicher Vorteil von seilgezogenen APMs kann die robuste, einfache Technologie angesehen werden, die auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen wie Eis und Schnee problemlos funktioniert und einen geringen Wartungsaufwand erfordert. Aufgrund der passiven Fahrzeuge (keine Motoren und Getriebe an Bord) kann der Fahrweg im Gegensatz zu schweren Selbstfahrer-Fahrzeugen (mit Motoren und Getriebe an Bord), filigraner ausgeführt werden, was der sanften Einbindung in das Stadtbild zu Gute kommt, größere Stützenweiten zulässt und Kostenvorteile bringt. Seilgezogene Verkehrsmittel lassen auch hohe vertikale Steigungen von bis zu 20 % zu. Ein weiterer Vorteil von seilgezogenen Verkehrssystemen ist, dass sie aufgrund der passiven Fahrzeuge generell leise verkehren. Gleichzeitig liegt der Nachteil jedoch darin, dass ein ständiges Grundgeräusch durch die Abrollbewegung des Seils an den Seilrollen vorhanden ist, welches gerade im dicht bebauten innerstädtischen Bereich störend wirken kann.

Seilgezogene APMs sind in ihrem Aktionsradius aufgrund der Seilgebundenheit beschränkt, d.h. sie sind nicht annähernd so flexibel wie Selbstfahrer und nachträgliche Erweiterungen sind ohne Vorausplanung nur schwer zu realisieren. Auch bezüglich Streckenlängen, Transportkapazitäten und Taktzeiten ist die Leistungsfähigkeit der seilgezogenen Verkehrsmittel beschränkt und für jeden Anwendungsfall zu prüfen. Bei sehr kurvenreichen Strecken ergeben sich aufgrund der Seilreibung an den Kurvenrollen Nachteile im Energieverbrauch.