Urbane Seilbahn

Die urbane Seilbahn, oft auch als Stadtseilbahn oder städtische Seilbahn bezeichnet, gewinnt in Städten als Ergänzung zu den herkömmlichen Verkehrsmitteln, zunehmend an Bedeutung. Dabei kommen urbane Seilbahnen in unterschiedlichen Ausprägungen vor: als kuppelbare Kabinenbahn oder Gondelbahn im Umlaufbetrieb, als Pendelbahn oder Standseilbahn mit fester Fahrbahn im Pendelbetrieb. Unsere Kompetenz als Seilbahnberater und Seilbahnplaner haben wir bei etlichen Machbarkeitsstudien, Ausschreibungen, Designprüfungen, Bauüberwachungen und Abnahmen weltweit unter Beweis gestellt.

Generell muss man ganz klar festhalten, dass eine Seilbahn kein Allheilmittel für den urbanen Nahverkehr ist. Seilbahnen sind und bleiben ein Nischenprodukt im urbanen Einsatzfeld und sind nur bei gewissen topgraphischen und städtebaulichen Voraussetzungen und dem Vorhandensein von natürlichen Barrieren (z.B. Flüsse) ein probates Verkehrsmittel für periphere Stadtgebiete. Außerdem sprechen technologische Einschränkungen (z.B. limitierte Geschwindigkeit und Kurvengängigkeit), verkehrstechnische Limitierungen (z.B. niedrige Haltstellendichte da sonst unwirtschaftlich), infrastrukturelle Anforderungen (z.B. Raum für Stationsgebäude) und rechtliche Rahmenbedingungen gerade in Europa oftmals gegen den Einsatz im urbanen Bereich.

Tendenziell werden urbane Seilbahnlinien zukünftig an Bedeutung gewinnen und Vorbehalte der Seilbahnanwohner und Seilbahnbenutzer werden sukzessive schwinden, je mehr urbane Seilbahnprojekte realisiert werden. Besonders im südamerikanischen Raum scheinen diese emotionalen Hürden schon komplett überwunden zu sein, stehen dort doch schon einige imposante städtische Seilbahn-Referenzprojekte.

Als Seilbahnplaner muss man sich im Rahmen einer Machbarkeitsstudie und Machbarkeitsanalyse die Situation vor Ort ganz genau anschauen und bei der Seilbahnplanung äußerst sensibel vorgehen.

Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus unseren Seilbahn-Referenzprojekten:

Mur-Seilbahn Graz | Österreich

Auftrag: Machbarkeitsstudie, Planung

Technologie: Dreiseilumlaufbahn (3S)

Kunde: Holding Graz Kommunale Dienstleistungen GmbH

Dauer: 2012 – 2013

Beschreibung:

Eine zentrale Frage in der Verkehrspolitik in Graz lautet: Wie können Berufspendler und Tagestouristen an den peripheren Einzugsgebieten der Stadt durch rein verkehrstechnische Maßnahmen abgefangen und somit der motorisierte Individualverkehr (MIV) in der Innenstadt reduziert werden?

Zu den Pendler-Spitzenzeiten sind die Hauptstraßen von und zur Innenstadt verstopft bzw. Parkflächen rar. Außerdem besitzt Graz durch seine Beckenlage eine der höchsten Feinstaubbelastung Österreichs.

Aufgrund der vorhandenen Infrastrukturengpässe ist der Ausbau des Straßenbahnnetzes schwierig bzw. mit enormen Kosten und langen Bauzeiten verbunden. Deshalb denkt man in den Stadtgremien laut über die Einführung einer zweiten Nahverkehrsebene nach. Eine Installation einer U-Bahn ist für eine Stadt in der Größenordnung von Graz nur schwer finanzierbar. Deshalb bleibt nur der Luftraum übrig.

Die Erkundungsphase hat ergeben, dass eine Seilbahn, welche weitestgehend über der Mur (Fluss in Graz, der die Stadt in Osten und Westen teilt) verläuft, eine enorme Entlastung für die Stadt vom Pendler-Individualverkehr bringen könnte. Dabei macht für eine Mur-Seilbahn von Süden bis Norden der Stadt vom technischen und betrieblichen Standpunkt her nur eine Dreiseilumlaufbahn (3S Bahn) Sinn.

Die Dreiseiltechnologie (2 Tragseile, 1 Zugseil) vereint die Vorteile von Umlaufbahnen (Stetigförderer) und Pendelbahnen (große Kabinen). Ihr Kosten-/Nutzenverhältnis ist überall dort unschlagbar, wo es gilt, natürliche Barrieren wie z.B. vorhandene bauliche Infrastrukturen, Flüsse, Seen, Hanglagen, etc. mit wenigen Stützenbauwerken zu überwinden.

Bei der angedachten Stadtseilbahn handelt es sich um eine Dreiseilumlaufbahn (3S) mit einer Gesamtlänge von ca. 11 km, einer Kapazität von 3.000 pphpd und 11 Stationen.

Eine Seilbahntrasse in der Mur bietet folgende Vorteile:

  • Keine Rücksichtnahme auf den MIV notwendig
  • Bestehende Infrastruktur entlang der Mur spielt keine Rolle
  • Umwelteingriffe gering (keine Veränderung Mur-Böschung)
  • Keine Anrainerbelästigung durch große Sicherheitsabstände
  • Geringer Bauaufwand (kein Fahrweg nur wenige Stützen notwendig)
  • Rasche Projektabwicklung möglich
  • Stationen im Innenstadtbereich können auf Brücken gesetzt werden
  • Sightseeing Effekt in Innenstadt (schweben über den Dächern von Graz)

Inhalt:

Folgende Arbeiten wurden im Zuge der Machbarkeitsstudie und Planungsarbeiten ausgeführt:

  • Entwicklung eines Passagierzahlenmodells inkl. Passagierstromanalyse
  • Trassierung und Festlegung der Stationsstandorte und Stützen
  • Analyse der Grundinanspruchnahme
  • Systemauslegung und Definition der Systemparameter
  • Seilbahntechnische Berechnung inkl. statische Seillinienrechnung
  • Lageplan und Längenschnitt
  • Antriebsauslegung
  • Stationsplanung und architektonische Entwürfe (Renderings)
  • Konzeptionelles Stützendesign inkl. Lichtraumprofil
  • Kabinenzeichnungen und Renderings
  • Definition der kritischen Punkte für Baueingabe
  • Durchführung einer Normen- und Gesetzesanalyse
  • Grober Projektzeitplan
  • Abschätzung der Investitions- und Betriebskosten
  • Analyse der Lebenszykluskosten
  • Strategie für Integration in den ÖPNV
  • Entwicklung von Ticketmodellen für die Einbindung in den ÖV-Tarifverbund
  • Entwicklung von Geschäftsmodell inkl. öffentlich-privaten Finanzierungsmodellen
  • Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit der Kapitalwertmethode und Eigenkapitalrendite
  • Durchführung einer SWOT-Analyse und Nutzwertanalyse
  • Definition der Projekt-USPs und Umwegrentabilität

120810_Seilbahn_Graz_final (Copy)Murseilbahn-Streckenführung.jpg (Copy)120815_Graz_Seitenansicht (Copy)120815_Graz_Grundriss mit Dach (Copy)120815_Graz_Grundriss Bahnsteig (Copy)

Stationsdesign von Werner Sobek.

Webling-Seilbahn Graz | Österreich

Auftrag: Machbarkeitsstudie, Planung

Technologie: Einseilumlaufbahn (EUB), Dreiseilumlaufbahn (3S)

Kunde: Holding Graz Kommunale Dienstleistungen GmbH

Dauer: 2013

Beschreibung:

Die Stadt Graz prüft den Bau von mehreren P&R-Anlagen an Pendler-Einzugsgebieten am Stadtrand von Graz. Im Süden der Stadt soll eine geplante P&R-Einrichtung durch die Verlängerung der existierenden Straßenbahnlinie an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden werden, was jedoch durch infrastrukturelle, geografische und systemtechnische Engpässe verhindert wird. Folglich soll die Anbindung der P&R-Anlage und eines existierenden Einkaufszentrums durch eine Seilbahn untersucht und geplant werden. Die Seilbahnplanungen sollen für eine Einseilumlaufbahn (EUB) und Dreiseilumlaufbahn (3S) ausgeführt werden. In einem weiteren Schritt könnte die kurze P&R-Gondelbahn in die geplante Mur-Seilbahn von Norden bis Süden der Stadt integriert werden.

Inhalt:

Folgende Arbeiten waren Teil der Machbarkeitsstudie und Planung:

  • Passagierstromanalyse und Kapazitätsauslegung
  • Streckenverlauf und Definition der Stations- und Stützenstandorte
  • Systemberechnung und -auslegung
  • Statische Seillinienrechnung
  • Lageplan und Längenschnitt
  • Konzeptionelle Stations-, Stützen-, Kabinen- und Antriebsentwürfe
  • Auswirkungen auf die angrenzenden Straßenbahnlinien bzgl. Kapazität und Taktzeiten
  • Prüfung von alternativen Optionen, z.B. Straßenbahnverlängerung oder Busverbindung
  • Analyse der Lebenszykluskosten für verschiedene Optionen (inkl. Straßenbahnlinien- und Buslinienanpassungen)

Reininghaus-Seilbahn Graz | Österreich

Auftrag: Machbarkeitsstudie

Technologie: Einseilumlaufbahn (EUB), Straßenbahn

Kunde: Holding Graz Kommunale Dienstleistungen GmbH

Dauer: 2013 – 2014

Beschreibung:

Das Reininghaus Areal im Südwesten von Graz wird entwickelt. Das Entwicklungsgebiet umfasst eine Fläche von ca. 50 ha. In der finalen Ausbaustufe soll es von ca. 20.000 Leuten bewohnt werden. Sehr viel Wert wird auf grünen Lebensraum und Energieoptimierung gelegt. Die Anbindung des neuen Areals an das öffentliche Verkehrsnetz mit smarten und modernen Verkehrsmitteln soll ein integrativer Bestandteil des Infrastrukturprojektes sein. Folglich wird der Einsatz von grünen Nahverkehrsmitteln, wie z.B. Straßenbahn oder Seilbahn, untersucht.

Inhalt:

Folgende Arbeiten wurden im Zuge der Machbarkeitsstudie durchgeführt:

  • Passagierstromanalyse und Kapazitätsauslegung
  • Untersuchung unterschiedlicher Streckenverläufe und Stationsstandorte für Straßenbahn und Seilbahn
  • Anbindung an den existierenden ÖPNV
  • Evaluierung möglicher Systemkombinationen von Straßenbahn und Seilbahn
  • Systemberechnung und -auslegung für die verschiedenen Optionen
  • Konzeptionelle Entwürfe für Stationen, Stützen, Kabinen und Antriebstechnik
  • Kalkulation der Lebenszykluskosten
  • Nutzwertanalyse und Bewertung der verschiedenen Optionen
  • Entwicklung von öffentlich-privaten Finanzierungsmodellen (PPP)
  • Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit der Kapitalwertmethode
  • Evaluierung der Erweiterungsmöglichkeiten der verschiedenen Verkehrssysteme
  • Empfehlung für Transportsystem (Straßenbahn)

„UrbanFit“ 3S-Seilbahn

Auftrag: Forschung, Entwicklung

Technologie: Dreiseilumlaufbahn (3S)

Kunde: in eigener Mission

Dauer: 2015 – 2018

Beschreibung:

Ziel dieses Entwicklungsprojektes ist es, die für den leistungsfähigen städtischen Einsatz prinzipiell gut geeignete Dreiseilumlaufbahn (3S Bahn) an die Marktanforderungen des urbanen Nahverkehrs zu adaptieren. Es werden punktuelle Weiterentwicklungen, die sich aus der Kombination der Vorteile von Hängeseilbahnen und fahrwegbasierten Standseilbahnen ergeben, durchgeführt.

Der erfolgreiche Weg für rückgratfähige Seilbahnen in der Stadt führt über die Erhöhung der Verfügbarkeit (Betrieb: 20h/7d), einen vollautomatischen Betrieb (kein Stationspersonal), die Erhöhung der Stationsdichte bei akzeptabler Fahrzeit, einer drastischen Reduktion der Stationsinfrastrukturanforderungen und die Erhöhung der Flexibilität bei der Streckenführung.

zatran hat sich zum Ziel gesetzt, ausgewogene Konzeptlösungen, durch punktuelle Weiterentwicklungen der verschiedenen 3S-Baugruppen, zu präsentieren.

Inhalt:

Folgende Projektanforderungen ergeben sich aus den Soll/Ist-Analysen:

  • Senkung der Betriebskosten (vollautomatischer Betrieb ohne Stationsbedienstete)
  • Vollkommen behindertengerechte Stationsausführung
  • Optimierung der Stationsinfrastrukturanforderungen (Verkleinerung der Passagierplattformen, Verringerung der Beschleuniger-/Verzögererstrecken)
  • Energieoptimierung bzw. „Smart Grid“ Lösungen
  • Kurvengängigkeit (Kombination feste Fahrbahn und Fahrbahn aus Tragseilen)
  • Höhere Systemgeschwindigkeiten durch neue Beschleuniger-/Verzögerertechnologien

Stadtseilbahn Göteborg | Schweden

Auftrag: Beratung, Planung, Engineering, Ausschreibung

Technologie: Dreiseilumlaufbahn (3S)

Kunde: Verkehrsabteilung der Stadt Göteborg (Trafikkontoret)

Dauer: 2015 – 2018

Beschreibung:

Die Stadt Göteborg plant anlässlich des 400-jährigen Jubiläums 2021, eine Seilbahn über den Fluss Göta Älv zu bauen. Die Einwohner von Göteborg wurden aufgerufen, Ideen und Wünsche für ihre Stadt zu deponieren. Daraus resultierte ein konkreter Arbeitsplan für die Realisierung von unterschiedlichen Projekten bis zu den Jubiläumsfeiern 2021. In diesem Arbeitspapier findet sich u.a. auch eine Seilbahn wieder.

Derzeit wird der Norden der Stadt über zwei Brücken mit dem Süden verbunden, wobei der öffentliche Nahverkehr (Straßenbahn und Bus Rapid Transit (BRT)) vorwiegend über die östliche Brücke geleitet wird. Keine der beiden Brücken befindet sich in zentrumsnaher Lage.

Das Planungsgebiet für die geplante Stadtseilbahn erstreckt sich nördlich des Hafens, unweit des Stadtzentrums von Göteborg. Insgesamt sind vier Seilbahnstationen geplant. Die erste befindet sich am zentralen Nahverkehrsknotenpunkt Järntorget, dem heimlichen Hauptplatz der Göteborger. Am nördlichen Flussufer befindet sich der Stadtteil Lindholmen. Lindholmen wandelt sich zu einem Stadtteil, in dem Forschung und modernes Gewerbe dominiert. Aber auch mehr Wohnraum soll hier geschaffen werden, denn durch die technische Hochschule Chalmers, die in diesem Viertel liegt, gibt es seitens der Studenten eine große Nachfrage an Wohnungen. Im Stadtteil Wieselgrensplatsen nördlich von Lindholmen soll ein neuer öffentlicher Nahverkehrsknoten für Straßenbahn, Bus und Seilbahn entstehen. Die ge­plante Mittelstation Västra Ramberget befindet sich auf dem Betriebsgrund von Volvo Trucks, einer der wichtigsten Arbeitgeber in Schweden, vorgesehen.

Die geplante Stadtseilbahn zwischen Järntorget und Wieselgrensplatsen soll in 3S-Technologie ausgeführt werden, um maximale Verfügbarkeit und Komfort zu garantieren. Die großen 3S-Kabinen mit einer Kapazität von ca. 30 Personen bieten genügend Platz für Fahrräder, Kinderwägen und Rollstuhlfahrer. Die Dreiseilumlaufbahn (3S) soll 100 % in den ÖPNV eingebunden werden.

zatran ist für die Seilbahnberatung, Seilbahnplanung und das Seilbahn-Engineering verantwortlich und fungiert als Seilbahnfachmann für die Verkehrsplanungsabteilung der Stadt Göteborg (Trafikkontoret) und den involvierten Projektparteien in allen Seilbahnfragen.

Bei der angedachten Stadtseilbahn handelt es sich um eine Dreiseilumlaufbahn (3S) mit einer Gesamtlänge von 3,1 km, einer Kapazität von 2.000 pphpd und 4 Stationen.

Inhalt:

Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:

  • Evaluierung und Optimierung von Streckenführung
  • Festlegung der Systemspezifikationen und Wahl der Seilbahntechnologie
  • Allgemeine Systemberechnungen und Ermittlung von Systemdaten
  • Durchführung von statischen Seillinienberechnungen
  • Entwurf von Längsprofilen und Lageplänen
  • Stützenauslegung und Konstruktion
  • Stationsplanung und Konstruktion inkl. Antriebsausrüstung, Umkehrausrüstung, Fördersystem, Seilspannsystem, Seilsättel, Passagierplattform, Stromverteilungssystem, Notstromsystem, Steuerungs- und Kommunikationssystem
  • Planung von Instandhaltungseinrichtung Kabinengaragierung
  • Berechnung der Anschlusskräfte für Stationen und Stützen
  • Bewertung möglicher zukünftiger Linienerweiterungen
  • Entwicklung des Betriebs- und Wartungskonzepts
  • Ermittlung der Systeminvestitionskosten
  • Betriebs- und Wartungskostenberechnungen
  • Lebenszykluskostenanalyse
  • Erstellung eines Projetzeitplans
  • Entwicklung von Evakuierungsstrategien und Bergungskonzept
  • System-Sicherheitsanalyse
  • Schallemissions- und Vibrationsanalyse
  • Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen

Aktuelle Informationen der Verkehrsabteilung zur geplanten Stadtseilbahn in Göteborg

Das obige Rendering wurde von UNStudio erstellt und repräsentiert das Design von UNStudio für die geplante Stadtseilbahn in Göteborg. Die zatran GmbH ist als unabhängiger elektromechanischer Seilbahnberater und -planer mit dem Projektauftraggeber Trafikkontoret verbunden. Die Wiedergabe ist urheberrechtlich geschützt: © UNStudio (alle Rechte vorbehalten).

Väsjon-Seilbahn Sollentuna | Schweden

Auftrag: Beratung, Planung

Technologie: Einseilumlaufbahn (EUB)

Kunde: Kommune Sollentuna

Dauer: 2016 – 2017

Beschreibung:

Sollentuna ist eine rasch wachsende Kommune in Stockholm mit 75.000 Einwohnern.

Die Herausforderungen, die im Masterplan der Stadt aufgezeigt werden, sind: die Entwicklung des Stadtzentrums, die Schaffung von Raum für Sportaktivitäten, die Erschließung der Naturreservate, die Erfüllung von Klimazielen und die Reduzierung von Lärm.

Eine Seilbahn zwischen Häggvik und Väsjön soll den ehrgeizigen Vorstellungen des umfassenden Masterplans entsprechen und zu einer kontinuierlichen Entwicklung der Kommune beitragen, insbesondere in der Umgebung rund um Väsjön, Häggvik und um die Seilbahnlinie.

Besondere Aufmerksamkeit wird der Entwicklung einer Seilbahn gewidmet, die an das Stadtbild und die Landschaft angepasst ist und gleichzeitig einen effizienten öffentlichen Verkehr zwischen Häggvik und Södersätra mit Zwischenstationen in Edsvik/Rudbeck und Väsjön bietet. Dabei soll sowohl die Verfügbarkeit als auch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs erhöht werden.

Bei der angedachten Stadtseilbahn handelt es sich um eine Einseilumlaufbahn (EUB) als 10er-Kabinenbahn mit einer Gesamtlänge von 3 km, einer Kapazität von 2.000 pphpd und 4 Stationen.

Inhalt:

Folgende Arbeiten waren Teil der Beratungs- und Planungsleistungen:

  • Evaluierung der Streckenführung und Bestimmung von Stationsstandorten
  • Bewertung von geeigneten Seilbahntechnologien
  • Systemberechnungen und Definition von Systemparametern
  • Statische Seillinienberechnung und Festlegung von Stützenpositionen
  • Erstellung des Lageplans und Längenschnitts
  • Planung der Kabinengaragierung und Wartungseinrichtungen
  • Entwurf für Kabinendesign
  • Stützenplanung und Lichtraumanalyse der Seilbahnlinie
  • Definition der Fundamentkräfte für Stationen und Stützen
  • Planung der Energieverteilung
  • Planung von Signal- und Kommunikationseinrichtungen
  • Entwicklung eines Betriebs- und Wartungskonzeptes
  • Bestimmung der Investitionskosten für Seilbahnanlage und Bauarbeiten sowie der Betriebs- und Wartungskosten
  • Erstellung von Sicherheitsanalysen und Fahrgast-Evakuierungskonzepten

Personen- und Güterverkehr Seilbahn

Auftrag: Forschung

Technologie: Dreiseilumlaufbahn (3S)

Kunde: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)

Dauer: 2017 – 2019

Beschreibung:

Das Projektziel ist die Ermittlung des Potentials einer kombinierten Güter- und Personenseilbahn als Teil eines städtischen Gesamtverkehrssystems. Die Bündelung der Güterverkehrsströme auf ein schadstofffreies Verkehrsmittel für den Weganteil in das Stadtzentrum zur Feinverteilung mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln (Lastenfahrrad, E-Lieferwagen usw.) leistet einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Straßengüterverkehrs im Stadtzentrum.

Dabei werden Grundlagen einer zusätzlichen innovativen Nutzung der Seilbahninfrastruktur mit modularen Transportsystemen erarbeitet. Eine Kombination von Personen- und Gütertransport mit kuppelbaren Umlaufbahnen in Dreiseiltechnologie (3S) stellt einen Innovationssprung in der Citylogistik dar.

Erstmals sollen im Forschungsprojekt Potentiale für eine in die Paket-, Zustell- und Güterlogistik vollintegrierte urbane Güterseilbahn als Teil der „Last-Mile“ ermittelt werden. Dies erfolgt unter Berücksichtigung einer gleichzeitigen Nutzung des Seilbahnsystems als vollintegriertes Transportmittel in den öffentlichen Personennahverkehr. Die innovative Systemlösung bietet die Möglichkeit, Waren für die „Last-Mile“ bereits an den Stadtgrenzen zu bündeln, hoch frequentierte Verkehrsbereiche zu entlasten, schädliche Umweltauswirkungen zu reduzieren und weitere Synergien und Effekte im Gesamtsystem der Güter- und Personenmobilität zu generieren und zu nutzen. Ziel ist es daher unter Einbindung von entsprechenden Partnern und Stakeholdern, verlagerbare Güterströme zu evaluieren, Systemanforderungen wie Transportgefäßgrößen, Kühlmöglichkeiten und Automatisierungsgrade unter Berücksichtigung bereits entwickelter Systemlösungen zu erfassen und zu dokumentieren. Als Grundlage für die Ermittlung der Potentiale und deren Auswirkungen auf das Gesamtsystem werden Hubs an der Stadtgrenze, Übergabestationen für Waren des täglichen Bedarfs und modulare Beförderungsgefäße als Grundlage erster Prototypen, beschrieben und durch ihre kapazitativen Kenngrößen und Transportgeschwindigkeiten, konzipiert. Mit Simulationsmodellen werden letztendlich die Güter- und veränderten Fahrgastpotentiale ermittelt.

Inhalt:

Folgende Arbeiten sind Teil des geförderten Forschungsprojektes und werden teilweise von zatran erbracht:

  • Gütermobilitätsanalysen – Anforderungen an ein modulares Gütertransportsystem für eine urbane Seilbahn als integrativer Bestandteil der „Last-Mile“
  • Rechtliche Aspekte – Rechtliche Grundlagen schafften und etwaigen Handlungsbedarf ableiten
  • Konzeption Transportsystem – Konzeption eines modularen Transportsystems und Definition der beschreibenden Kenngrößen
  • Ermittlung Güterpotential – Tourenplanung unter Berücksichtigung einer Güterseilbahn, Ermittlung maximaler Förderkapazitäten bei Rückkopplung und Einklang mit Fahrgastpotential
  • Betreiber- und Finanzierungsmodell – Kostenermittlung inkl. Wirtschaftlichkeit
  • Gesamtsystemwirkungen – Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft

Seilbahn zur Verlängerung einer S-Bahn-Linie | Deutschland

Auftrag: Machbarkeitsstudie

Technologie: Einseilumlaufbahn (EUB)

Kunde: Vertraulich

Dauer: 2017

Beschreibung:

Die Machbarkeitsstudie behandelt die Verlängerung einer bestehenden S-Bahn-Linie zu einem zentralen ÖV-Umschlagplatz der Stadt mittels einer Luftschwebebahn, anhand der Analyse von verschiedenen Seilbahn-Trassenvarianten.

Ein wichtiger Bestandteil der Studie ist die Analyse der Möglichkeiten zur Einbindung der Luftschwebebahn in vorhandene ÖV-Strukturen. Gleichzeitig dient die Studie zur Sensibilisierung des Auftraggebers für zukünftige Projektinhalte sowie dem Aufzeigen von Für und Wider von Seilbahnen im Kontext einer urbanen Umgebung.

Bei der angedachten Stadtseilbahn handelt es sich um eine Einseilumlaufbahn (EUB) als 10er-Kabinenbahn mit einer Gesamtlänge von 4,9 km, einer Kapazität von 1.800 pphpd und 4 Stationen.

Inhalt:

Die Machbarkeitsstudie beinhaltet folgende Themen:

  • Analyse der Projektrandbedingungen
  • Seilbahneinbindung in den ÖV
  • Bestimmung von Nutzergruppen
  • Allgemeiner Einsatz von Seilbahnen im urbanen Bereich
  • Rechtliche Rahmenbedingungen für Seilbahnen
  • Untersuchung und Bewertung von Trassierungsvarianten
  • Auswahl der bevorzugten Seilbahnlinien
  • Auswahl der Seilbahntechnologie und Berechnung der Systemdaten
  • Analyse kritischer Umwelteinflüsse
  • Statische Seillinienrechnung
  • Erstellung von Lageplan und Längenschnitt
  • Entwicklung eines Betriebs- und Wartungsplans
  • Abschätzung der Investitions- und Betriebskosten
  • Darstellung eine Projektzeitplans

Urbane Seilbahn als Zubringersystem | Slowakei

Auftrag: Beratung, Planung

Technologie: Einseilumlaufbahn (EUB), Dreiseilumlaufbahn (3S)

Kunde: Vertraulich

Dauer: 2017

Beschreibung:

Die Aufgabe besteht darin Masterpläne, Studien, Planungsunterlagen, Konstruktionszeichnungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die der Kunde für die geplante Seilbahnlinie zur Verfügung stellte, zu überprüfen, sowie Befunde und ein vorläufiges Stationskonzept für eine Zwischenstation zu liefern. Ein umfassender Bericht fasst alle Empfehlungen, Schlussfolgerungen und Stationsentwürfe von zatran zusammen.

Inhalt:

Folgende Aufgaben wurden von zatran ausgeführt:

  • Assessment der Seilbahnlinien
  • Überprüfung der Technologieauswahl
  • Windanalyse und Auswirkungen
  • Überprüfung der Investitionskosten
  • Überprüfung der Betriebs- und Wartungskosten
  • Projektrentabilitätsanalyse
  • Stationsplanung und -design